TreeDDBäume für Dresden


Großer Garten Dresden durch Klimawandel gefährdet

25. Oktober 2019 – Kategorie: Bäume und Klima – Ingrid Voigtmann – 14:41 Uhr

Die beiden trockenen Sommer 2018 und 2019 haben massive Auswirkungen auf den Gehölzbestand im Großen Garten Dresden. Bereits 2018 stellten Mitarbeiter des Gartenbereiches Schadsymptome an Bäumen fest, zum Beispiel vorzeitigen Laubabfall, Wipfeldürre und Totholzäste.

„Im diesjährigen Sommer, nach einem trockenen Frühjahr und einem nicht ausgeglichenen Grundwasserspiegel setzte sich dieser Trend fort. Totholzanteil und komplett abgestorbene Bäume häuften sich“, so die SBG (gGmbH).

Eine abgestorbene etwa 150 Jahre alte Hängebuche im Großen Garten Dresden gehört leider auch zu den Hitzeopfern.

 

Aktuelle Statistik

Während die Baumpfleger im Großen Garten Dresden mit seinen insgesamt fast 20000 Bäumen im Jahr 2017 nur 36 Baumfällungen vornehmen mussten, fielen im Vorrjahr 56 oft alte und wertvolle Gehölze der Kettensäge zum Opfer und für das Jahr 2019 stieg die Zahl bis August auf bereits 100 Fällungen. Zusätzlich treten bei den durch Trockenheit geschwächten und geschädigten Bäumen verstärkt Pilzkrankheiten auf, wie zum Beispiel die gefürchtete Rußrindenkrankheit. Waren daran im Sommer 2018 noch 11 Bäume erkrankt und mussten gefällt werden, so sind in diesem Jahr aktuell bereits 32 Bäume betroffen.

„Die Schäden aus den letzten sehr trockenen Sommern sind wahrscheinlich erst in vier oder fünf Jahren feststellbar. Man stelle sich bereits strategisch auf die Folgen des Klimawandels für historische Garten- und Parkanlagen ein, so die SBG (gGmbH).

Was kann getan werden?

Anders als im Forst, kann in denkmalgeschützten Gärten ein Baum nicht durch eine andere Art ersetzt werden. So schnell wie möglich soll gehandelt werden, um die historischen Gärten in ihrem Bestand als Kunstwerke zu erhalten: Sorgsames Bewässern als lebensverlängernde Maßnahme für geschädigte Bäume. Statt Deutscher Eichen könnten Mittelmeer-Eichen folgen. Alternativ sollen kleine Setzlinge der sterbenden Bäume unter intensiver Betreuung vor Ort aufgezogen werden. Die Kosten für die Baumpflege werden um 15 bis 30 Prozent steigen.

Spenden auch Sie für nachgepflanzte Bäume im Großen Garten Dresden!

Der Große Garten gehört mit einer Ausdehnung von 1,9 km mal 0,95 km zu den größten Parks in der Stadt Dresden. Er wurde in der Barockzeit 1676 auf Geheiß von Kurfürst Johann Georg III. angelegt und mehrfach erweitert.

Bäume können Klimawandel bremsen – Studie der ETH Zürich

29. Juli 2019 – Kategorie: Bäume und Klima – Ingrid Voigtmann – 12:40 Uhr

Mehr Bäume auf der Erde könnten den Klimawandel effektiver bekämpfen als bislang gedacht. Das zeigt eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Sie besagt auch, dass das 1,5-Grad-Ziel des Weltklimarats bei der Erderwärmung noch erreichbar sei.

Der Klimawandel kann einer Studie zufolge durch nichts so effektiv bekämpft werden wie durch Aufforstung. Die Erde könne ein Drittel mehr Wälder vertragen, ohne dass Städte oder Agrarflächen beeinträchtigt würden, schreiben Forscher der ETH Zürich im Fachmagazin „Science“. Dort zeigen die Forscher auf, wo auf der Welt neue Bäume wachsen könnten und wie viel Kohlenstoff sie speichern würden.

Studie sieht Aufforstung als wirksamsten Klimaschutz

Bäume zu pflanzen habe das Potenzial, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen.

Die Studie zeige erstmals, dass das vom Weltklimarat (IPCC) vorgegebene Ziel einer Begrenzung Erderwärmung auf 1,5 Grad erreichbar sei, schreiben die Autoren. Laut IPCC müssen dafür bis 2050 nicht nur die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen begrenzt werden, etwa im Energie- und im Transportsektor. Zudem müssten auch bis zu eine Milliarde Hektar Land neu mit Bäumen bepflanzt werden. „Das ist zweifellos erreichbar“, heißt es in der Studie.

Besonders viele Flächen hätte Russland

Die Erde ist nach Angaben der Forscher derzeit mit 2,8 Milliarden Hektar Wald bedeckt. Sie halten die Neubepflanzung von 900 zusätzlichen Millionen Hektar für möglich. Das entspräche fast der Fläche der USA oder einer Fläche etwa 25 Mal so groß wie Deutschland.

Besonders viele Flächen für eine Aufforstung habe Russland, gefolgt – mit Abstand – von den USA, Kanada, Australien, Brasilien und China. Die neuen Wälder könnten 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern, wenn sie herangewachsen sind. Das sind etwa zwei Drittel der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die seit der industriellen Revolution durch den Menschen in die Atmosphäre gelangten.

„Wir müssten aber schnell handeln, denn es wird Jahrzehnte dauern, bis die Wälder reifen und ihr Potenzial als natürliche CO₂-Speicher ausschöpfen“, sagt Studienleiter Tom Crowther, Professor für Globale Ökosystemökologie an der ETH Zürich.

Die zur Aufforstung geeignete Fläche werde durch den Klimawandel jedes Jahr kleiner.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/klimawandel-aufforstung-eth-101.html – Stand: 04.07.2019 21:29 Uhr

Wenn jeder einen Baum pflanzt oder Pflanzungen finanziell unterstützt, hilft man der Erde, dass es kühler wird, denn jede Pflanze und jeder Baum wandelt CO₂ in Sauerstoff um.

Wie kommen unsere Bäume mit Trockenheit und Hitze zurecht?

7. September 2018 – Kategorie: Bäume und Klima – Ingrid Voigtmann – 16:46 Uhr

Die außergewöhnliche Trockenheit und Hitze in diesem Sommer hat viele Bäume gestresst und in Gefahr gebracht. Herabhängende Blätter und kahle Äste sind Anzeichen dafür, dass viele Bäume unter der Dürre leiden.

Bäume leiden unter anhaltender Trockenheit und Hitze

Die Blätter einiger Bäume haben sich bereits herbstlich verfärbt, andere sind schon fast kahl. Dadurch versuchen sich Bäume vor der Hitze zu schützen, denn wenn sie ihr Laub abwerfen, verlieren sie weniger Wasser durch Verdunstung. Viel hängt auch vom Boden ab. Ist er sandig, wird der Trockenstress noch verstärkt, Lehmboden dagegen kann Flüssigkeit länger speichern. Hat ein Baum zudem bereits tiefe Wurzeln, kann er besser an Wasser aus tieferen Bodenschichten gelangen als zum Beispiel Jungbäume, denen noch tiefgehende Wurzeln fehlen.

Für ältere Bäume ist die Hitze meist nicht lebensbedrohlich, allerdings wachsen sie oft deutlich langsamer. Der eingeschränkte Zuwachs in heißen und trockenen Sommern macht sich in den Jahresringen als Mangeljahr bemerkbar.

Durch Trockenstress sind Bäume auch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Besonders schlecht steht es um die Rosskastanie. Viele Exemplare dieser Baumart sind bereits durch die Rosskastanienminiermotte geschwächt, die Trockenheit könnte ihnen den Rest geben.

Gießen ersetzt Regen

Gießen Sie bitte Bäume in der Nähe Ihrer Wohnung, wenn es lange nicht regnet!
Es ist besser, einmal pro Woche viel zu gießen, als täglich ein bisschen. Kleine Mengen verdunsten, ohne dass etwas bei den tieferen Wurzeln angekommen ist.
Bäume sind die grüne Lunge der Stadt und spenden kühlenden Schatten, wenn die Sommer heißer werden.

Für ein gutes Stadtklima sind Bäume wichtig. Ein 100-jähriger Laubbaum bindet nach Angaben der Stiftung „Klimawald“ pro Jahr etwa 6300 Kilogramm Kohlendioxid, filtert eine Tonne Staub und Gifte aus der Luft und produziert gleichzeitig fast 4,6 Tonnen Sauerstoff.

Auch die Feuerwehr hilft mit

Die Feuerwehr Dresden hilft seit Wochen im Stadtgebiet bei der Bewässerung der 1255 Jungbäume. Täglich werden 160 bis 180 Bäume mit Wasser versorgt. Da aktuell der Grundwasserspiegel unterhalb von drei Metern liegt und die Baumwurzeln noch nicht an das Wasser gelangen, wird die Bewässerung fortgesetzt.

Ausführlich können Sie dazu die Pressemittelungen der LHD vom 09.08.2018 und 07.09.2018 lesen.